Tunis. Der Beginn des zweiten Prozesses in Abwesenheit gegen den gestürzten tunesischen Präsidenten Zine El Abidine Ben Ali ist verschoben worden. Der Prozessauftakt werde wegen eines Richterstreiks auf kommenden Montag vertagt, gab ein Richter am Donnerstag im Gerichtsgebäude in Tunis bekannt. Die tunesischen Richter hatten am Dienstag einen dreitägigen Streik begonnen, um Veränderungen im Justizministerium zu erzwingen.

Ben Ali wird Drogenbesitz und -handel sowie illegaler Waffenbesitz zur Last gelegt, er weist die Vorwürfe zurück. Es handelt sich um den zweiten Prozess gegen Ben Ali, nachdem er und seine Ehefrau Leila Trabelsi bereits vergangene Woche in Abwesenheit zu 35 Jahren Haft und einer Geldstrafe von 45 Millionen Euro wegen illegaler Bereicherung verurteilt worden waren. Ben Ali war nach wochenlangen Protesten im Jänner ins saudi-arabische Exil geflohen. In den kommenden Monaten soll es weitere Verfahren gegen den Ex-Präsidenten, unter anderem wegen Mordes und Folter, sowie gegen seine Gefolgschaft geben.