Athen. Die französische "Dignité al Karama" ist den griechischen Behörden entkommen: Unter Umgehung eines Verbots ist sie als erstes Schiff der geplanten internationalen Gaza-Hilfsflotte in See gestochen. Das kleine Schiff mit acht Aktivisten an Bord habe in der Nacht auf Dienstag die griechischen Hoheitsgewässer verlassen und sei auf dem Weg in den palästinensischen Gazastreifen, erklärten die Organisatoren.

Laut einer mit den Organisatoren vertrauten Quelle war das Boot am Wochenende aus Korsika gekommen und hatte in einem Hafen abseits von Athen angelegt. Auf dem 19 Meter langen Boot befand sich auch der frühere trotzkistische Präsidentschaftskandidat Olivier Besancenot.

Die griechische Regierung hatte allen Schiffen verboten, die Häfen des Landes Richtung Gaza zu verlassen. Die Behörden führten als Begründung die Drohung Israels an, die Schiffe notfalls mit Gewalt zu stoppen. Vor über einem Jahr waren bei einer Kommandoaktion einer israelischen Eliteeinheit gegen eine Gaza-Hilfsflotte in internationalen Gewässern acht türkische Aktivisten und ein türkisch-amerikanischer Doppelstaatsbürger an Bord des Schiffes "Mavi Marmara" getötet worden.

Die Organisatoren in Paris wollen nun das französische Außenministerium um Schutz bitten. Ein Sprecher des Quai d’Orsay warnte am Dienstag vor neuen Spannungen und sagte, die Aktion sei "eine schlechte Idee", um der palästinensischen Bevölkerung zu helfen.

Die Hilfsflotte aus mehreren Schiffen will die Blockade des Gazastreifens durchbrechen, um Hilfsgüter in das Gebiet zu bringen. Rund 300 Aktivisten sowie 35 Journalisten aus 22 Ländern wollen sich an der Aktion beteiligen.

Flankiert werden sollen sie von hunderten pro-palästinensischen Menschenrechtsaktivisten, die am Freitag am Flughafen von Tel Aviv landen wollen. Die israelische Regierung hat deshalb den Sicherheitsapparat des Landes mobilisiert.