Bombay. Die Bomben gingen mitten in der Hauptverkehrszeit hoch: In der indischen Metropole Bombay (Mumbai) sind am Mittwoch in belebten Innenstadtvierteln drei Sprengsätze explodiert. Mindestens 21 Menschen wurden bei den Attentaten in der Nähe einer Schule und eines Goldmarktes getötet, mehr als 140 verletzt. Das Innenministerium sprach von einem „Terrorangriff”, der mit selbstgebauten Sprengsätzen verübt wurde.

In der Millionen-Stadt wurden dadurch schlimme Erinnerungen geweckt: Am 26. November 2008 hatten mehrere islamistische Terrorkommandos einen Bahnhof, ein Krankenhaus, ein Touristencafé, ein jüdisches Zentrum sowie die beiden Luxushotels Taj Mahal und Trident Oberoi gestürmt. Bei der Angriffserie kamen 166 Menschen ums Leben. Indien machte die islamistische Terrorgruppe Lashkar-e-Taiba für die Angriffe verantwortlich und warf seinem Erzrivalen Pakistan vor, die Gruppe unterstützt zu haben. Der Streit führte zum Abbruch der Friedensverhandlungen zwischen den beiden nuklear bewaffneten Nachbarstaaten.

Pakistan verurteilt jüngsten Anschlag


Der Anschlag am Mittwoch ereignete sich just zu einem Zeitpunkt, an dem Pakistan und Indien Gespräche über eine Normalisierung ihrer Beziehungen führten. Die pakistanische Regierung hat die Attentatsserie auch sofort verurteilt.

Indien versetzte die Nationale Sicherheitsgarde in höchste Alarmbereitschaft. Der Fernsehsender NDTV berichtete, dass die Polizei in Bombay die Terrorgruppe Indische Mudschaheddin verdächtige. Und das Innenministerium fügte hinzu, dass diese eng mit Lashkar-e-Taiba zusammenarbeiten würde.