"Man soll, wenn die Not so groß ist und wenn Menschen so Schreckliches widerfahren ist, vor solchem Leid schweigen und nicht große Worte in den Mund nehmen", sagte der Wiener Erzbischof. Zuvor

hatte sich bereits der Feldkricher Bischof Klaus Küng von Krenn distanziert.

Der St. Pöltener Bischof hatte die Ablehnung des Vatikans der "Pille danach" für Vergewaltigungsopfer im Kosovo damit begründet, daß dies ein "göttliches Gesetz" sei. Gegen die "Pille danach" für die

geschändeten Opfer wandte sich ebenso Weihbischof Andreas Laun.

Kritik am Ton der Krenn-Äußerungen übte Bischof Johann Weber: Diese seien "schwierig zu verstehende Zuspitzungen", so Weber bei einer Dialog-Veranstaltung zwischen der Kirche und den Grünen in Graz.

In der Sache selbst, nämlich daß die Kirche für den absoluten Schutz ungeborenen Lebens vom Zeitpunkt der Zeugung an plädiere, sei aber nicht zu rütteln: Dieses Grundanliegen dürfe man "nicht

schwächen", so der Bischof.

Schönborn bekräftigte indes in dem "ZiB 1"-Interview seine Forderung, daß Österreich zum Zweck von Familienzusammenführungen auch Kosovo-Flüchtlinge aus Albanien aufnehmen solle. Die

Flüchtlingsaktion sollte sich nicht auf Mazedonien beschränken, wenn ein Teil einer Flüchtlingsfamilie nach Albanien geflohen ist. Er bat die Bundesregierung, einen "unbürokratischen Weg" zu finden.