Nachdem am Dienstag bei der Wiederaufnahme der Nahostgespräche zwischen Israelis und Palästinensern in Sharm el-Sheikh wegen der Siedlungsfrage auch ein Scheitern drohte, gab es am Mittwoch Lob von US-Außenministerin Hillary Clinton für die Verhandlungspartner: Beide Seiten meinten es mit dem angestrebten Friedensabkommen ernst, sagte Clinton nach einem Treffen mit Israels Präsident Shimon Peres in Jerusalem. "Sie haben sich auf die Arbeit konzentriert und begonnen, die Kernthemen anzupacken, die nur in direkten Gesprächen gelöst werden können."

Israelis und Palästinenser setzen am Mittwoch die zweite Runde ihrer direkten Friedensgespräche in Jerusalem fort. Im Beisein von Clinton hatten sich Israels Regierungschef Benjamin Netanyahu und Palästinenserpräsident Mahmoud Abbas am Dienstag bereits zweimal im ägyptischen Badeort Sharm el-Sheikh getroffen. Sowohl Clinton als auch der ägyptische Präsident Hosni Mubarak hatten versucht, die Gräben zwischen den Verhandlungspartnern zu überbrücken.

Zentrale Themen der Verhandlungen sind die Sicherheit Israels, die Grenzen eines künftigen Palästinenserstaates, der jüdische Siedlungsbau, das Schicksal der palästinensischen Flüchtlinge und der künftige Status von Jerusalem.

Clinton vermittelt in dem fortwährenden Siedlungsstreit zwischen Israel und den Palästinensern. Die Palästinenserführung beharrt weiterhin darauf, dass Israel seinen Baustopp in jüdischen Siedlungen im Westjordanland aufrechterhält. Abbas drohte sogar mit einem Abbruch der gerade erst begonnenen Verhandlungen, Netanyahu will jedoch das Ende September auslaufende Moratorium nicht verlängern.

Raketen aus Gaza

Radikale Palästinenser haben den Süden Israels erneut aus dem Gazastreifen mit einer Rakete beschossen. Das Geschoss schlug in der Nacht zum Mittwoch in einem Feld nahe der Stadt Ashkalon ein. Es wurde aber niemand verletzt und es entstand auch kein Sachschaden.