Bangkok. (klh) Es waren Teller voller Nudeln, die Thailands Wahlsiegerin Yingluck Shinawatra in Bedrängnis brachten. Sie hatte während einer Wahlkampfveranstaltung Speisen zubereitet. Ihre politischen Gegner legten deshalb eine Beschwerde bei der Nationalen Wahlkommission ein: Die Spitzenkandidatin der Partei Pueah Thai hätte gegen das Wahlgesetz verstoßen und Geschenke verteilt. Der Einwand wurde nun abgewiesen: Yingluck habe die Nudeln nur gekocht und nicht verschenkt, befand die Kommission.

Doch damit sind die Nachwahlgefechte in Thailand noch lange nicht beendet. Hunderte Einsprüche gegen verschiedenste politische Parteien liegen der Kommission noch vor. Die Wahl von 142 der 500 Abgeordneten wurde vorerst nicht abgesegnet. Das betrifft auch Yingluck, deren Kampagne weiter im Fokus der Ermittlungen steht. Ein brisanter Vorwurf lautet, dass der wegen Korruption verurteilte Bruder von Yingluck, Ex-Premier Thaksin Shinawatra, den Wahlkampf der Pueah Thai dirigiert hätte. Die Pueah Thai hat mit einem fulminanten Sieg mehr als die Hälfte der Parlamentssitze erobert.

Jedenfalls ist die Pueah Thai das Sammelbecken der Thaksin-Anhänger. Der in Dubai lebende 61-jährige Geschäftsmann ist noch immer bei den ärmeren Bevölkerungsschichten beliebt. Eine ihm nahe stehende Partei hatte bereits die Wahl 2007 gewonnen - und wurde dann von den Gerichten wegen des Vorwurfs des Stimmenkaufs disqualifiziert. Sollte sich dieses Szenario nun wiederholen, hätte dies wohl massive Straßenproteste und Unruhen zur Folge.