Dubai. Die Ärztekammer springt nun einem österreichischen Mediziner zur Seite, dem in Dubai Strebehilfe vorgeworfen wird. Ihm droht die Todesstrafe wegen absichtlicher Tötung. Ein Gutachten der Ärztekammer weist nun die Unschuld des Intensivmediziners nach, es soll ihn bei der nächsten Verhandlung Anfang August entlasten.

"Es gibt zwei wesentliche Vorwürfe gegen Eugen A.", erklärt Primarius Walter Hasibeder, der das Expertengutachten erstellt hat. So soll A. an das Personal im Rashid Hospital in Dubai eine Order herausgegeben haben, dass ein querschnittsgelähmter Patient nicht reanimiert werden solle. Auch wird ihm vorgeworfen, durch die Erhöhung von Opiaten einen Sauerstoffmangel beim Patienten hervorgerufen zu haben, der zum Tod geführt haben soll. "Das ist absurd. Der Patient war von Hals ab querschnittsgelähmt und wurde daher permanent künstlich beatmet. Die Opiate dienten zur Beruhigung", sagt Hasibeder, der die Intensivmedizin im Spital der Barmherzigen Schwestern in Ried leitet.

Bei dem Patienten traten wiederholt Herzstillstände ein, oft "ein- bis dreimal am Tag", erklärte A. am Donnerstag im Ö1-"Morgenjournal". "Eugen A. wollte dem Patienten daher einen permanenten Herzschrittmacher einsetzen, dies wurde von der Klinik jedoch mit dem Verweis auf die schlechte Prognose abgelehnt, ein Schrittmacher würde sich nicht rentieren", berichtet Hasibeder,

Offenbar beschäftigt der jetzt bekannt gewordene Fall die Behörden schon seit Jahren. Der Patient starb im Februar 2009. "A. war zum Zeitpunkt des Todes nicht im Krankenhaus, er hatte drei Tage frei", sagt Hasibeder. Und die genaue Todesursache könne man nicht bestimmen, da keine Obduktion stattgefunden hatte. Dem Arzt sei bereits 2010 der Pass abgenommen worden.

Eine Medizinerkommission der Vereinigten Arabischen Emirate sprach den Primar bereits von allen Vorwürfen frei. Parallel dazu hat aber die Staatsanwaltschaft Anklage erhoben, nachdem Eugen A. von zwei Kollegen angezeigt worden war. Der Österreicher wurde bereits vom Dienst suspendiert.