Beirut.

Libanesische Soldaten und das Rote Kreuz nach der Bombenexplosion in Beirut. - © APAweb / Nabil Mounzer
Libanesische Soldaten und das Rote Kreuz nach der Bombenexplosion in Beirut. - © APAweb / Nabil Mounzer
Zwei Männer sind am Donnerstag in der Nähe von Beirut bei dem Versuch ums Leben gekommen, unter einem Auto eine Bombe zu legen. Der Sprengsatz explodierte noch in ihren Händen. Das bestätigten libanesische Ermittler am Schauplatz. Das Fahrzeug, das Ziel des Anschlags war, gehöre dem Sohn eines Richters, hieß es.

Eine weitere Person wurde bei der Explosion in einem Geschäftsviertel des christlich bewohnten Ortes Antelias schwer verletzt. In ersten Meldungen war von einer Handgranate die Rede gewesen, die detoniert sei.

Die beiden getöteten Männer stammten aus den südlichen Vororten von Beirut, einer Hochburg der Schiitenbewegung Hisbollah. Die weiteren Hintergründe der Tat blieben vorerst unklar. So auch die Motivlage: Diese könnte politischer, konfessioneller oder krimineller Natur sein oder eine Kombination dieser Beweggründe darstellen.

Der Libanon wurde in den Jahren von 2005 bis 2008 von einer Serie politisch motivierter Anschläge erschüttert, die sich gegen syrien-kritische Journalisten und Politiker richteten. Der tödliche Anschlag auf den ehemaligen Ministerpräsidenten Rafik Hariri im Februar 2005 hatte eine beispiellose Protestwelle gegen Syrien ausgelöst, in deren Folge das Nachbarland nach fast drei Jahrzehnten seine Truppen aus dem Libanon abziehen musste.

Vier Hisbollah-Funktionäre waren Ende Juni vom UNO-Sondertribunal für den Libanon wegen der damaligen Attentate angeklagt und zur Fahndung ausgeschrieben worden. Sie dürften sich aber schon längst ins Ausland abgesetzt haben.