Benghazi.

Junger Anhänger Gadaffis gibt sich auf dem Grünen Platz im Zentrum Tripolis kampfbereit. - © APAweb / Reuters
Junger Anhänger Gadaffis gibt sich auf dem Grünen Platz im Zentrum Tripolis kampfbereit. - © APAweb / Reuters
Das libysche Regime hat die Einschätzung der USA zurückgewiesen, dass Machthaber Muammar al-Gaddafi am Ende sei. "Sie sagen das seit sechs Monaten und wir sind immer noch da", erklärte Regierungssprecher Moussa Ibrahim in einer vom staatlichen Fernsehen übertragenen Pressekonferenz am Dienstag.

Die Medien versuchten, die Rebellen größer zu machen als diese es in Wirklichkeit seien. Allerdings räumte der Sprecher ein, dass es an mehreren Orten Kämpfe gebe, von denen die Rebellen behaupten sie eingenommen zu haben.

US-Verteidigungsminister Leon Panetta hatte erklärt, die Tage Gaddafis seien gezählt. Dessen Soldaten seien in die Defensive gedrängt worden. In den vergangenen beiden Tagen nahmen die Aufständischen zwei strategisch wichtige Städte nahe Tripolis ein. Damit schnitten sie die Hauptstadt von Versorgungsrouten ab.

Gaddafi: Ausreise nach Südafrika?

Der bedrängte libysche Machthaber will sich angeblich nach Südafrika absetzen, berichtete die arabische Zeitung "Al-Sharq Al-Awsat" am Mittwoch. Muammar al-Gaddafis Büroleiter, Bashir Salih, habe bei seinen jüngsten Gesprächen in Mauretanien, Mali und Tunesien erklärt, sein Chef sei krank und wolle das Land verlassen, um sich medizinisch behandeln zu lassen.

Nach Informationen der Zeitung soll Gaddafi den südafrikanischen Präsidenten Jacob Zuma gebeten haben, ihn und seine Familie aufzunehmen. Angeblich soll Gaddafi, um seine sichere Ausreise zu garantieren, auch Kontakt zu französischen und britischen Spitzenbeamten aufgenommen haben.

Rebellen vor Einnahme Al-Heishas

Die Rebellen sind in den vergangenen Tagen weiter auf die Hochburgen der Gaddafi-Anhänger in Tripolis und Sirte (Surt) vorgerückt. Sie verzeichneten dabei jedoch zum Teil hohe Verluste in den eigenen Reihen. Die Medien der Aufständischen meldeten am Mittwoch, in der Stadt Al-Zawiyah, 50 Kilometer westlich von Tripolis, leisteten Gaddafis Truppen immer noch erbitterten Widerstand.

Laut einem Militärkommando in Benghazi (Bengasi) konnten die Rebellen am Mittwoch außerdem in die Vororte von Al-Heisha, 250 Kilometer vor Tripolis, vordringen. Mit einer Einnahme von Al-Heisha, die nahe zweier wichtiger Verbindungsstraßen zwischen der Hauptstadt und Sirte, Gaddafis Geburtsstadt, liegt, könnten die Aufständischen die geplante Abriegelung der Hauptstadt Tripolis weiter vorantreiben.