Kabul. Auf eine US-Vertretung in Afghanistan wurde erneut eine Attacke verübt: Bei einer Schießerei in einem Gebäudekomplex der US-Botschaft in der Hauptstadt Kabul ist ein US-Bürger getötet und ein Amerikaner verletzt worden. Der Angreifer, ein afghanischer Angestellter, wurde erschossen.

Offenbar galt die Attacke einem Büro des US-Geheimdienstes CIA in Afghanistan. Eine afghanische Regierungsquelle sagte der Nachrichtenagentur AFP, der Ariana-Komplex, wo die Schießerei stattfand, werde vom CIA genutzt.

Ein Botschaftssprecher sagte, der Täter habe offenbar allein gehandelt. Seine Motive seien noch unklar. Nähere Angaben zu dem Vorfall machte der US-Beamte nicht. Beobachter verweisen allerdings darauf, dass es schon seit längerem eine Taktik der Aufständischen ist, ihre Leute etwa im einheimischen Personal bei ausländischen Vertretungen oder in der afghanischen Armee einzuschleusen.

Der Vorfall ereignete sich inmitten eskalierender Gewalt in Kabul. Erst vor zwei Wochen hatten Taliban einen Großangriff auf das Diplomatenviertel in der Hauptstadt verübt. Bei dem rund 19 Stunden dauernden koordinierten Angriff waren mindestens 14 Afghanen getötet worden. Auch damals kam die US-Botschaft ins Visier der Angreifer, Granaten wurden auf sie abgefeuert.