La Paz. Auf der einen Seite stehen Indios, die gegen eine geplante Schnellstraße sind, auf der anderen Seite Indios, die das Projekt unterstützen, und dazwischen steht die Polizei. In Bolivien sorgt ein Vorhaben der Regierung von Präsident Evo Morales für Demonstrationen und einen - offenbar nicht zimperlich durchgeführten - Einsatz der Sicherheitskräfte. Die Polizei hatte einen Protestmarsch der Gegner der Schnellstraße gewaltsam aufgelöst. Sie ging mit Tränengas gegen etwa 1500 Amazonas-Indios - unter ihnen Frauen und Kinder - vor. Die bekannte Menschenrechtsaktivistin Maria Amparo Carvajal sprach von "extremer Gewalt" seitens der Polizei. Verteidigungsministerin Cecilia Chacon reichte aus Protest gegen das Vorgehen der Polizei ihren Rücktritt ein.Die Indios wehren sich dagegen, dass die Schnellstraße durch ihre Siedlungsgebiete gebaut wird.

Auch gegen etwa 200 Gegendemonstranten, die den Marsch aufhalten wollten, ging die Polizei vor. Dabei handelte es sich überwiegend um indianische Kokabauern, Verbündete der linksgerichteten Regierung von Morales.

Der Präsident kündigte nun ein Referendum über das umstrittene Projekt an. Morales ist der erste indianische Präsident Boliviens und versteht sich als Verteidiger der Rechte der Ureinwohner. Mit seinem Eintreten für die Schnellstraße hat er jedoch selbst ehemalige Wegegefährten gegen sich aufgebracht.