Jerusalem. (gf) Acht Minister des engeren Kabinetts versammelte Israel Ministerpräsident Benjamin Netanyahu in der Nacht auf Mittwoch um sich - aber er konnte sie nicht überzeugen, dem Fahrplan des Nahost-Quartetts zu neuen Friedensgesprächen mit den Palästinensern zuzustimmen. Zwar wurde die Initiative prinzipiell begrüßt, aber es habe zwei Hindernisse für eine offizielle Zustimmung gegeben, erläuterte danach Vizepremier Silvan Shalom: Einerseits die Beschränkung des Zeitrahmens auf ein Jahr, andererseits die Forderung, in drei Monaten zu einem Resultat bei Grenzen und Sicherheit zu kommen - das sei unmöglich, ohne gleichzeitig etwa die Frage der Rückkehr der Flüchtlinge oder den Jerusalem-Status zu erörtern.

Das größte Hindernis für die Palästinenser ist allerdings der fortgesetzte Siedlungsbau der Israelis. Deren Ankündigung, 1100 neue Wohnungen in Ostjerusalem zu bauen, stieß auf heftige internationale Kritik: Das Weiße Haus ist nach den Worten von Sprecher Jay Carney "zutiefst enttäuscht". Die französische Regierung sprach von einer "Provokation", die britische fordert von Israel den Verzicht auf das neue Projekt. Die UNO nannte Israel "ignorant".