New York. Die Chancen, dass Palästina in absehbarer Zeit das 194. Mitglied der Vereinten Nationen wird, stehen angesichts des angedrohten Vetos der USA denkbar schlecht. In ihrem Ringen um die internationale Anerkennung eines eigenen Staates weichen die Palästinenser nun auf einen UNO-Nebenschauplatz aus, der wesentlich höhere Erfolgsaussichten bieten dürfte: die Kulturorganisation Unesco, in der die USA anders als im Sicherheitsrat über kein Veto verfügen.

Am Dienstag hatten die Palästinenser bereits einen Etappensieg errungen. 40 der 58 Mitglieder des Unesco-Exekutivrats sprachen sich für die Aufnahme Palästinas als Vollmitglied aus. Die Unesco-Generalversammlung will nun bei ihrer Sitzung vom 25. Oktober bis 10. November über den Aufnahmeantrag abstimmen, der von den arabischen Staaten eingebracht wurde.

Die USA sprechen sich allerdings auch entschieden gegen eine Unesco-Mitgliedschaft Palästinas aus. Es sei "inkohärent", über die Aufnahme bei einer UN-Teilorganisation zu entscheiden, solange über den Antrag der Palästinenser auf UN-Vollmitgliedschaft im Sicherheitsrat beraten werde, sagte die Sprecherin des US-Außenministeriums, Victoria Nuland. Eine Änderung des Status bei der Unesco schaffe keinen palästinensischen Staat. Der US-Botschafter bei der Unesco, David Killion, rief am Mittwoch in einer Erklärung alle Delegationen auf, mit "Nein" zu stimmen. Die USA hielten die Aufnahme Palästinas bei der Unesco für "verfrüht".

Die republikanische Abgeordnete Kay Granger, die dem Unterausschuss des Abgeordnetenhauses vorsteht, der über die Vergabe von Staatsmitteln für diplomatische Zwecke entscheidet, drohte der Unesco sogar mit einer Kürzung der US-Beiträge. "Ich werde mich dafür einsetzen, dass alle Mittel gestrichen werden", erklärte Granger.