Falludscha/Bagdad. Menschenrechtsgruppen haben in der westirakischen Provinz Anbar drei Massengräber mit insgesamt rund 1.410 Leichen gefunden. Das berichtete der stellvertretende Vorsitzende der Provinz, Saadun Schaalan, am Dienstag. In der schiitischen Pilgerstadt Kerbela wurden laut Informationen der Nachrichtenagentur Sumeria News gleichentags 200 dort aufgefundene Leichen beerdigt.

Wie Schaalan weiter mitteilte, stammt das größte der drei Massengräber aus der Zeit des früheren Machthabers Saddam Hussein. In der Wüste bei Wadi Akasch seien in der Zeit zwischen 1981 und 1986 insgesamt 940 Opfer des Regimes begraben worden. Ein Grab mit 400 Leichen, das aus der Zeit der Kämpfe zwischen Terroristen, Aufständischen, Regierungstruppen und der US-Armee 2004 stammen soll, wurde seinen Angaben zufolge nördlich der Stadt Falludscha entdeckt. 70 Leichen von Menschen, die vermutlich in der gleichen Zeit getötet worden waren, seien in der Region Al-Saklawija gefunden worden.

In der Nacht zum Dienstag töteten Extremisten in Bagdads Mansur-Viertel zehn Polizisten. Wie Sumeria News weiter berichtete, wurden 25 weitere Polizeibeamte verletzt, als kurz hintereinander zwei Sprengsätze neben Fahrzeugen der Polizei detonierten. In der Nähe der nördlichen Stadt Mossul töteten Unbekannte nach Angaben der Polizei ein jesidisches Ehepaar in seinem Haus. Angehörige der religiösen Minderheit der Jesiden waren seit dem Sturz Saddams durch die US-Armee 2003 mehrfach Opfer von Attentaten und Terroranschlägen sunnitischer Fanatiker geworden.