Monrovia. (klh/reu) Der Oppositionskandidat bei der Präsidentenwahl in Liberia, Winston Tubman, rückt nicht von seinem Konfrontationskurs ab: Er werde das Ergebnis der Stichwahl nicht akzeptieren, verkündete der 70-Jährige. Der Sieg von Amtsinhaberin Ellen Johnson-Sirleaf stand schon vor der Bekanntgabe der Ergebnisse fest - weil Tubman seine Anhänger zum Boykott aufgerufen hatte. Er beklagte Manipulationen im ersten Wahlgang, bei dem die erst kürzlich mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnete Ökonomin deutlich vorangelegen war. Internationale Wahlbeobachter bezeichneten die erste Runde aber als "frei" und "fair".

Erste Zahlen deuteten am Mittwoch darauf hin, dass bei der Stichwahl am Dienstag die Beteiligung mit etwa 30 Prozent nur halb so hoch wie im ersten Durchgang war. Die Zeichen stehen in dem westafrikanischen Land, in dem bis vor ein paar Jahren noch Bürgerkrieg herrschte, auf Sturm: Schon am Tag vor der Wahl waren vier Menschen getötet worden, als Anhänger Tubmans mit der Polizei aneinanderprallten. Nun drohen weitere Unruhen.