Bali. (klh) Es ist ein diplomatischer Triumph für das sonst so geächtete Burma (Myanmar): Das Land, das noch immer mit Sanktionen des Westens belegt ist, wird 2014 den Vorsitz der Südostasiatischen Staatengemeinschaft (Asean) übernehmen.

Die zehn Asean-Staaten, darunter Thailand, Indonesien und Vietnam, haben diese Entscheidung bei ihrem derzeitigen Gipfel in Bali verkündet. Der Schritt ist eine Belohnung für den Reformkurs, den Burma eingeschlagen hat, und eine Ermutigung, diesen beizubehalten. Die regierenden Militärs, die seit Jahrzehnten in Burma herrschen, haben sich durch umstrittene Wahlen im vergangenen Jahr einen zivilen Anstrich gegeben. Die neue Regierung hat etwa 300 politische Gefangene freigelassen. Und Präsident Thein Sein, ein ehemaliger General, sucht immer wieder das Gespräch mit Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi, die zuvor vom Regime 15 Jahre lang unter Hausarrest gehalten worden war. Die von Suu Kyi angeführte Nationale Liga für Demokratie (NLD) rechnet nun auch mit einem positiven Effekt der Asean-Entscheidung. Diese würde den politischen Wandel im Burma ankurbeln, verkündete die Oppositionsbewegung.

Skeptischer äußerten sich hingegen die USA. Es sei nicht üblich, derartige Entscheidungen schon drei Jahre im Voraus anzukündigen, bemängelte Washington. USA und EU verlangen auch umfassendere politische Veränderungen für eine Aufhebung der Sanktionen gegen Burma. Tatsächlich liegt in dem 54-Millionen-Einwohner-Staat noch vieles im Argen: Rund 1800 politische Gefangene sind weiter inhaftiert. Und der Armee wird vorgeworfen, bei ihrem Vorgehen gegen Rebellenarmeen von Minderheiten keine Rücksicht auf die Zivilbevölkerung zu nehmen und etwa ganze Dörfer niederzubrennen.