Tripolis. Der libysche Ministerpräsident Abdul Raheem al-Keeb hat am Dienstag die Bildung einer Übergangsregierung bekannt gegeben. Damit hielt er die vom Nationalen Übergangsrat gesetzte Frist von 60 Tagen ein, die mit der Erklärung der "Befreiung" Libyens nach der Tötung von Machthaber Muammar al-Gaddafi begann. Das Verteidigungs- und das Innenministerium gehen an ehemalige Rebellenkommandanten. Die Übergangsregierung soll die Geschicke des Landes bis zur Ausarbeitung einer neuen Verfassung und freien Wahlen führen. Diese sollen innerhalb von 20 Monaten erfolgen.

Unterdessen wurde bekannt, dass der Sohn Gaddafis, Saif al-Islam, von seinem Begleiter verraten wurde. Der Nomade Jussef Saleh al-Hotmani sagte am Dienstag in der Stadt Sintan, er habe Revolutionskämpfer in Südlibyen informiert, wann Saif al-Islam durch die Region fahre. Er sollte ihn für eine Million Euro in das Nachbarland Niger bringen. Saif al-Islam soll nicht an den Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag ausgeliefert werden, ihm soll in seiner Heimat der Prozess gemacht werden.