Abidjan. (klh/apa) Es war eine Wahl mit eingeschränkter Konkurrenz: In Cote d’Ivoire (Elfenbeinküste) hat die Partei von Präsident Alassane Ouattara, der Zusammenschluss der Republikaner (RDR), die Parlamentswahl gewonnen und stellt zukünftig 127 der 254 Mandatare. An zweiter Stelle rangiert mit 77 Sitzen die mit dem RDR verbündete Demokratische Partei, weshalb die beiden Bewegungen künftig eine komfortable Mehrheit haben werden. Überschattet wurde der Erfolg aber vom Wahlboykott der Ivorischen Volksfront, der Partei von Ex-Staatschef Laurent Gbagbo. Das zeigt, wie weit das westafrikanische Land noch von einer Versöhnung entfernt ist.

Ouattara und Gbago hatten sich nach der Präsidentschaftswahl im vergangenen Jahr einen Machtkampf geliefert. Gbago hatte sich geweigert, seine Niederlage einzugestehen. Es folgten monatelange Gefechte zwischen den Truppen beider Lager, bei denen 3000 Menschen starben. Noch immer geht ein tiefer Riss durch die ivorische Gesellschaft. Gbagbo wird mittlerweile aufgrund der Gewalt nach der Wahl vom Internationalen Strafgerichtshof wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit angeklagt.