New York. Die USA sind offenbar bereit, den scheidenden jemenitischen Präsidenten Ali Abdullah Saleh für eine medizinische Behandlung einreisen zu lassen. Das meldete die "New York Times" unter Berufung auf zwei Regierungsbeamte. Danach kann Saleh schon Ende der Woche in einer New Yorker Klinik behandelt werden. Saleh hatte zuvor selbst angekündigt, bald in die USA reisen zu wollen. Er will aber bald wieder in den Jemen zurückkehren. Der Politiker war vor Monaten bei einem Bombenanschlag auf die Moschee neben dem Präsidentenpalast verletzt worden.

Für Salehs Einreise müssten aber noch einige Bedingungen erfüllt werden. Ein Visum wurde noch nicht ausgestellt. Saleh wäre der erste arabische Machthaber seit dem Beginn der politischen Unruhen vor einem Jahr, dem ein längerer Aufenthalt in den USA gestattet würde. Die Entscheidung, Saleh die Einreise zu erlauben, ist in den USA umstritten. Einige Regierungsmitglieder befürchten, dass den Vereinigten Staaten nun unterstellt werde, dem geschmähten Machthaber, der für den Tod hunderter Regierungskritiker verantwortlich gemacht wird, Schutz zu bieten.