Für den russischen Ministerpräsidenten Wladimir Putin sind die jüngsten Proteste gegen die Regierung nichts Besonderes. "Hier spielt sich nichts Ungewöhnliches ab", sagte der Regierungschef in seiner am Samstag im Fernsehen ausgestrahlten Neujahrsansprache. "Natürlich befinden wir uns mitten in einem politischen Kreislauf, die Parlamentswahlen sind vorbei und die Präsidentschaftswahlen stehen an", sagte er.

"In solchen Zeiten machen sich Politiker auch immer die Gefühle der Bürger zunutze, und alles geht ein wenig drunter und drüber. Doch das ist der unvermeidbare Preis der Demokratie."

Nach den umstrittenen Parlamentswahlen vom 4. Dezember waren die Menschen in Russland in Massen auf die Straßen gegangen und hatten gegen das in ihren Augen manipulierte Ergebnis der Abstimmung protestiert. Zuletzt hatten am 24. Dezember Massendemonstrationen im ganzen Land stattgefunden. Einen neuen Aufruf der Protestbewegung zu Kundgebungen gibt es bisher aber noch nicht.

Dem russischen Volk wünschte Putin, der bei den Präsidentschaftswahlen Anfang März antritt, in seiner Ansprache für das neue Jahr "Gesundheit und Wohlstand - unabhängig von ihrer politischen Einstellung". Seine guten Wünsche gingen an "diejenigen auf der linken wie auf der rechten Seite, egal ob oben oder unten", sagte Putin.