New York/Berlin. Der Zuccotti-Park nahe "Ground Zero", wo einst das World Trade Center stand, war Zentrum der kapitalismuskritischen "Occupy Wall Street"-Bewegung - bis die Polizei im November das Zeltlager der Demonstranten räumte. Im neuen Jahr sollte die Bewegung, die sich in den USA und bis nach Europa ausgebreitet hatte, wiederbelebt werden - mit einer neuerlichen Parkbesetzung. Aber die New Yorker Polizei war auf der Hut: Den Demonstranten gelang es nicht, die Absperrungen rund um den Park im Herzen Manhattans nahe dem Finanzdistrikt zu überwinden. Stattdessen nahmen die Polizisten 68 Demonstranten fest. Ein Polizist sei dabei leicht verletzt worden, so die Exekutive. Ein Demonstrant sagte, die Polizei sei mit Pfeffer-Spray gegen die Protestierenden vorgegangen.

Die landesweite Occupy-Bewegung richtet sich gegen ungleich verteilten Reichtum und die Macht von Banken. Die meisten ihrer Camps sind mittlerweile geräumt worden. Ein ähnliches Schicksal droht auch ihren Gesinnungsgenossen diesseits des Atlantiks. Die deutsche Bundesanstalt für Immobilienaufgaben stellte den Besetzern eines ungenutzten Geländes nahe dem Berliner Hauptbahnhof ein Ultimatum bis Freitag, um das Areal zu räumen. Andernfalls werde Strafanzeige erstattet und ein Räumungsgesuch gestellt. Auf dem sogenannten "Bundespressestrand" soll ein Neubau des Bundesbildungsministeriums entstehen. Nach Anfängen wie in New York gab es in letzter Zeit zunehmend Streit unter den Besetzern.