Teheran. Die iranische Führung hat in einer Reaktion auf die von der EU beschlossenen Öl-Sanktionen vor ernsten Folgen für Europa gewarnt. "Wir glauben, dass dieser Schritt schwerwiegende Konsequenzen für die Europäer haben wird", teilte das iranische Außenministerium am Dienstag mit. Das Außenministerium bestellte den dänischen Botschafter in Teheran ein, dessen Land derzeit die EU-Ratspräsidentschaft innehat.

Das Ministerium warf der EU eine "feindliche Haltung" gegenüber dem Iran vor. Die Maßnahmen der EU - ein Ölembargo ebenso wie das Einfrieren von Konten der iranischen Zentralbank - waren am Dienstag in Kraft getreten.

Nach den EU-Staaten hatten auch die USA am Montag weiter an der Sanktionsschraube gedreht. Das US-Finanzministerium setzte die iranische Tejarat-Bank auf die schwarze Liste. Das Geldhaus sei einer der "wenigen verbleibenden Zugänge" Teherans zum internationalen Finanzsystem gewesen, erklärte das Ministerium.

Die Tejarat-Bank ist das drittgrößte Geldhaus des Landes und soll rund 2.000 Filialen im Iran betreiben. Das US-Finanzministerium wirft der Bank vor, an der Finanzierung des umstrittenen Atomprogramms des Iran beteiligt gewesen zu sein.

US-Präsident Barack Obama lobte die Verschärfung der EU-Sanktionen. Dies zeige "ein weiteres Mal die Geschlossenheit der internationalen Gemeinschaft im Angesicht der schwerwiegenden Bedrohung" durch das iranische Atomprogramm, erklärte Obama.