NATO-Soldaten werden nach Einschätzung des Oberkommandierenden der Afghanistan-Schutztruppe ISAF, John Allen, auch nach 2014 am Hindukusch kämpfen. Zwar blieben die Soldaten dann offiziell als Ausbildner von afghanischer Armee und Polizei im Land. Aber: "Wenn du ein afghanisches Bataillon im Gefecht berätst, dann bist Du selbst im Gefecht", sagte der US-General den "Financial Times Deutschland".

Ende 2014 soll die Verantwortung für die Sicherheit von der derzeit 130.000 Soldaten zählenden ISAF-Schutztruppe vollständig an die Armee und die Polizei Afghanistans übergeben werden.

Der ISAF-Chef bestätigte, dass die afghanische Armee und Polizei schrumpfen sollten. Nach einer vorübergehenden Aufstockung auf gut 350.000 Mann sollten später nur rund 220.000 bis 230.000 Afghanen im Dienst sein, sagte Allen und warnte: "Wenn du eine große Armee, die zu Konfliktzeiten aufgebaut wurde, in der Zeit nach dem Konflikt reduzierst, droht eine Instabilität."

Sowohl die USA als auch die Nato hatten in der Vorwoche angekündigt, ihren Kampfeinsatz in Afghanistan bereits 2013 zu beenden, um danach nur noch eine unterstützende Rolle bei der Ausbildung und Beratung der afghanischen Sicherheitskräfte einzunehmen.