Teheran.

Der iranische Präsident kündigte einen Durchbruch im Atomprogramm des Landes an. - © APAweb / Vahid Salemi / AP / dapd
Der iranische Präsident kündigte einen Durchbruch im Atomprogramm des Landes an. - © APAweb / Vahid Salemi / AP / dapd
Der Iran steht nach den Worten von Präsident Mahmoud Ahmadinejad vor einem Durchbruch in seinem Atomprogramm. "In den nächsten Tagen wird der Iran der Welt einen sehr wichtigen und sehr maßgeblichen Fortschritt im Nuklearbereich vorstellen", sagte Ahmadinejad am Samstag. Damit trotzte er dem wachsenden Druck der USA und der EU, die den Iran mit Sanktionen zur Aufgabe seines Atomprogramms bringen wollen. Das Land steht im Verdacht, an Nuklearwaffen zu arbeiten. Ahmadinejad betonte, die Islamische Republik werde sich dem Ausland nicht beugen und bekomme die Sanktionen kaum zu spüren. Neue Atomgespräche seien willkommen, sein Land werde aber keineswegs von seiner Position abrücken, sagte der Präsident in einer live im iranischen Fernsehen übertragenen Rede.

33. Jahrestag der Islamischen Revoltion
In Teheran wie im ganzen Land kamen zehntausende Iraner zu staatlich organisierten Kundgebungen anlässlich des 33. Jahrestags der islamischen Revolution zusammen. Die Demonstranten schwenkten iranische Fahnen und skandierten "Tod Israel" sowie "Tod Amerika". Die Teilnehmer trugen auch Bilder mehrerer Atomwissenschafter, die in den vergangenen zwei Jahren bei Anschlägen getötet worden waren. An der Kundgebung in Teheran nahm mit Ismail Haniyeh auch der Chef der radikalen Palästinenserorganisation Hamas teil. Haniyeh versicherte in seiner Rede, dass seine Bewegung Israel niemals anerkennen werde, sondern bis zur "vollständigen Befreiung Palästinas und Jerusalems" weiterkämpfen wolle.

Auch aus den anderen großen Städten wie Mashhad, Isfahan, Shiraz und Kerman wurden die Feiern live im Fernsehen übertragen. Mit den Kundgebungen wurde des 11. Februar 1979 gedacht, als sich die Führung der iranischen Streitkräfte nach der Rückkehr von Ayatollah Khomeini aus dem Exil für neutral erklärte und der von religiösen Kräften gesteuerte Volksaufstand gegen den im Jänner ausgereisten Schah Mohammed Reza Pahlevi zum Sieg gelangte.

Der seit Jahren schwelende Atomstreit hatte sich zuletzt verschärft. Die Europäische Union will ab Juli kein Öl mehr aus dem Iran einführen und hat die Einlagen der iranischen Zentralbank eingefroren. Damit verstärkt die EU bisherige Maßnahmen der USA, um die mutmaßlichen Vorbereitungen des Iran auf eine Atombombe noch rechtzeitig zu stoppen. Das Ölexportland Iran beteuert, die Atomkraft zu zivilen Zwecken wie Energiegewinnung nutzen zu wollen.

Experten zufolge bekommt der Iran die Sanktionen inzwischen deutlich zu spüren, weil es zu Behinderungen im Handel komme - nicht zuletzt bei der Einfuhr von Nahrungsmitteln. Wenige Wochen vor den nächsten Parlamentswahlen führe dies zu Versorgungsengpässen und weiter steigenden Preisen für die rund 74 Millionen Iraner.

Doch Ahmadinejad betonte am Samstag, die Wirtschaft des Landes floriere trotz der Handelsbeschränkungen. Der Iran werde dem Druck standhalten, auch wenn der Westen seine Drohgebärden fortsetze. Der Präsident bekräftigte zudem die offizielle Haltung seiner Regierung, dass sie neuen Atomgesprächen aufgeschlossen gegenüberstehe. Die letzte Runde ging vor rund einem Jahr ergebnislos zu Ende, nachdem der Iran seine umstrittene Urananreicherung nicht aufgeben wollte. Uran kann je nach Anreicherungsgrad für den Betrieb von Atomkraftwerken oder aber für den Bau von Nuklearwaffen genutzt werden. "Die iranische Nation wird nicht ein Jota von ihrem Weg abweichen", erklärte Ahmadinejad im Hinblick auf neue Gespräche.

Israel und die USA haben einen Militärschlag nicht ausgeschlossen, sollten die Sanktionen den Iran nicht zur Umkehr bewegen. Der Iran wiederum droht mit der Sperre wichtiger Schifffahrtsstraßen sowie Angriffen auf Israel und US-Militärstützpunkte im Golf. Wenn der Iran von Israel angegriffen werden sollte, werde der jüdische Staat in Schutt und Asche gelegt, sagte am Samstag ein Kommandant der iranischen Revolutionsgarden der halboffiziellen Nachrichtenagentur Fars zufolge. "Tausende unserer Raketen werden Israel angreifen und die 40 Stützpunkte Amerikas in der Region."