Peking. Bei einem Messerangriff in der westchinesischen Provinz Xinjiang sind nach Behördenangaben 20 Menschen getötet worden. Neun "Terroristen" hätten am Dienstagabend im Bezirk Yecheng in einer Fußgängerzone Menschen mit Messern angegriffen und 13 von ihnen getötet, teilte die Provinzregierung mit. Es habe zahlreiche Verletzte gegeben. Die Polizei habe sieben Täter erschossen und zwei festgenommen.

Der Bezirk Yecheng liegt nahe der Stadt Kaschgar im Süden der Provinz. Dort gab es schon mehrfach Zusammenstöße zwischen überwiegend muslimischen Uiguren und Han-Chinesen, die in der Volksrepublik die große Mehrheit der Bevölkerung stellen. So kamen nach offiziellen Schätzungen bei Krawallen zwischen Uiguren und Han-Chinesen in der Provinzhauptstadt Urumqi im Jahr 2009 mindestens 197 Menschen ums Leben. Die Behörden machten nach dem Angriff am Dienstag zur Ethnie der Täter und Opfer keine Angaben.

Ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums erklärte, der Vorfall in Yecheng solle nicht überbewertet werden. Insgesamt sei die Lage in der Provinz Xinjiang gut. Eine kleine Gruppe von "Terroristen und Separatisten" versuche, die friedliche Entwicklung zu stören. Exil-Uiguren in den USA erklärten dagegen, man solle chinesische Angaben über "Randalierer" oder "Terroristen" mit großer Vorsicht zur Kenntnis nehmen. Exilgruppen und Menschenrechtler haben der Regierung in Peking vorgeworfen, die Bedrohung durch Extremisten in Xinjiang zu übertreiben.