New York. Den Behörden in den USA ist offenbar ein Schlag gegen mehrere Internet-Hackergruppen gelungen. Die Bundesstaatsanwaltschaft von Manhattan erhob am Dienstag Anklage gegen fünf mutmaßliche Mitglieder der Gruppierungen Anonymous, LulzSec (Lulz Security) und AntiSec. Darunter seien führende Köpfe der Hackerbewegung, erklärten die Ermittler. Ein sechster Mann habe sich bereits im vergangenen Sommer schuldig bekannt.

Die Protestbewegung Anonymous und diverse Splittergruppen hatten im vergangenen Jahr für Aufregung gesorgt. Als eine Art digitale Spaß-Guerilla hatten sie Computersysteme von Unternehmen und Behörden angegriffen. Einige Mitglieder verfolgten jedoch auch explizit politische Ziele - etwa mit der Unterstützung der Enthüllungsplattform Wikileaks.

Nach Angaben des US-Fernsehsenders Fox News kamen die entscheidenden Hinweise von einem 28-jährigen New Yorker namens Hector Xavier M., Hackername "Sabu", der sich bereits im August schuldig bekannt hatte. Es sei nicht einfach gewesen, "Sabu" zur Mithilfe zu bewegen. "Es war wegen seiner Kinder. Er wollte nicht ins Gefängnis wandern und sie zurücklassen. So haben wir ihn gekriegt", sagte ein Beamter.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wurde auch ein 27-Jähriger aus Chicago festgenommen und angeklagt, der im Dezember mitgemacht haben soll, in die Computersysteme des US-Militärberatungsunternehmens Stratfor einzudringen. Laut der Anklageschrift haben der 27-Jährige und seine Mittäter unter anderem 60.000 Kreditkartendaten gestohlen und damit über 700.000 Dollar ergaunert. Erst in der vergangenen Woche hatte Wikileaks tausende E-Mails von Stratfor veröffentlicht und damit die im Geheimen agierende Branche der Militärberater ins Rampenlicht gezerrt.