Wien.

Irans IAEO-Botschafter Ali Asghar Soltanieh dementiert Irans Interesse an Nuklearwaffen. - © APAweb/Ronald Zak/AP
Irans IAEO-Botschafter Ali Asghar Soltanieh dementiert Irans Interesse an Nuklearwaffen. - © APAweb/Ronald Zak/AP
Der iranische Vertreter bei der internationalen Atomenergiebehörde (IAEO/IAEA), Ali Asghar Soltanieh, hat alle internationalen Zweifel hinsichtlich des friedlichen Charakters des iranischen Atomprogramms energisch zurückgewiesen und auch das iranische Interesse an Nuklearwaffen dementiert. "Wir brauchen keine Atombombe. Wir waren immer gegen Atomwaffen und wir werden es weiterhin sein", sagte der 61-jährige iranische Diplomat gegenüber der APA.

"Wir haben im Rahmen der internationalen Organisationen wie der IAEO auch immer jene Staaten kritisiert, die Atomwaffen besitzen. Vor allem das zionistische Regime von Israel, das ohne irgendeine Konsequenz im Besitz dieser Waffen ist", erklärte Soltanieh.

Die Tatsache, dass sein Land schon über 100 unangekündigte Inspektionen und darüber hinaus 4000 Tage Inspektionen durch die IAEO erlebt habe und dabei nichts Verwerfliches gefunden wurde, sei laut Soltanieh der beste Beweis dafür, dass das iranische Nuklearprogramm einen friedlichen Charakter habe.

Die Ankündigung des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu, dass im Atomstreit mit dem Iran weder Diplomatie noch Sanktionen Wirkung gezeigt hätten und die militärische Option mit dem Hinweis "Niemand von uns kann es sich leisten, viel länger zu warten" immer näher rücke, beeindruckt Soltanieh nicht im Geringsten. Er spielt den Ball an die Israelis zurück. "Die Staatengemeinschaft ist besorgt um die Machenschaften der Zionisten und deren Nuklearwaffen.

"Israels Politik ist lächerlich"
"Daher ist diese heuchlerische, doppelbödige Politik der zionistischen Regierung Israels lächerlich. Es ist wirklich an der Zeit, dass die Staatengemeinschaft mit einer Stimme ein deutliches Zeichen gegen deren Atomwaffen setzt. Denn dieses Regime wird nirgends angeprangert oder untersteht keinen internationalen Kontrollen und das muss sich ändern. Hier muss man auch sagen, dass die internationale Atomenergiebehörde ihre Pflichten in diesem Zusammenhang nicht erfüllt hat", so der 61-jährige iranische Diplomat.

Amano: "Iran sagt nicht alles über Atomprogramm"
Der Iran sage nicht alles über sein Atomprogramm, sagte indes IAEA-Generaldirektor Yukiya Amano am Mittwoch gegenüber dem US-Nachrichtensender CNN.

Der Iran habe gegenüber der IAEA eine Reihe von Atomanlagen deklariert und sie der Überwachung durch die Atombehörde unterstellt. Diese Einrichtungen und Aktivitäten dienten friedlichen Zwecken, sagte Amano. Es dürfte aber auch andere Anlagen geben, die nicht deklariert seien. "Und wir haben Hinweise oder Informationen, dass der Iran Aktivitäten betreibt, die für die Entwicklung von Geräten für nukleare Explosionen relevant sind", fügte der IAEA-Chef hinzu.

Am Mittwoch hatten sich nach Angaben eines westlichen Diplomaten die fünf Vetomächte im UN-Sicherheitsrat und Deutschland (Fünf plus Eins) auf eine gemeinsamen Erklärung zum Iran geeinigt, die am Donnerstag der IAEA vorgelegt werden soll. Darin werde die Sorge wegen der nuklearen Aktivitäten des Iran - einschließlich der Urananreicherung in Natanz und Fordo - zum Ausdruck gebracht. Amano werde aufgerufen, über die Fortschritte des Iran bei der Erfüllung seiner Verpflichtungen zu berichten, so der Diplomat.