Washington. Er war Absolvent der Eliteuniversität Massachusetts, führender US-Raumfahrtswissenschafter und arbeitete bei der Entdeckung von Wasservorkommen auf dem Mond mit. Nun muss Stewart Nozette wegen versuchter Spionage für Israel 13 Jahre ins Gefängnis.

Festgenommen wurde Nozette bereits im Herbst 2009, nachdem er einem vermeintlichen Mitarbeiter des israelischen Geheimdienstes Mossad streng vertrauliche Informationen angeboten und im Austausch mehr als 200.000 Dollar (151.000 Euro) von diesem angenommen hatte. Bei dem angeblichen Spion handelte es sich aber um einen verdeckten Ermittler der US-Bundespolizei FBI. Seither sitzt Nozette hinter Gittern. Der Wissenschafter erklärte sich als schuldig.

Nach Angaben des Justizministeriums in Washington wurde der 54-jährige Wissenschafter außerdem wegen Betrugs und Steuerhinterziehung verurteilt.

Der renommierte Astronom war von 1989 bis 2006 Geheimnisträger und hatte regelmäßig Zugang zu geheimen Informationen über die US-Landesverteidigung. Unter anderem arbeitete er im Energieministerium, für die Weltraumbehörde Nasa und das Pentagon sowie als Berater für Raumfahrt im Weißen Haus.

Dass US-Geheimnisträger den Verlockungen Israels nicht immer widerstehen können, zeigt auch der Fall von Jonathan Pollard. Der ehemalige Mitarbeiter der US-Marine ist seit mehr als 25 Jahren in den USA inhaftiert, weil er geheime Informationen an Israel übermittelt hatte. Er wurde zu lebenslanger Haft verurteilt. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu fordert offiziell die Freilassung Pollards. Der israelische Staat habe ihm gegenüber eine "moralische Schuld".