Jakarta. Die Präsidentin des Interparlamentarischen Komitees der Südostasiatischen Staatengemeinschaft (ASEAN), Eva Kusuma Sundari, hat vor jeder "Euphorie" nach dem Wahlsieg der burmesischen Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi gewarnt. Man sollte nicht die schweren Verbrechen des burmesischen Regimes vergessen, nur weil Suu Kyi einen Parlamentssitz habe erringen können, erklärte Sundari am Montag in der indonesischen Hauptstadt Jakarta. Am Dienstag findet in Kambodscha ein ASEAN-Gipfel statt.

  Die Nachwahlen und der Einzug von Suu Kyis Nationaler Liga für Demokratie (NLD) ins Parlament änderten noch nichts an der "langen Liste" von Menschenrechtsverstößen und der Unterdrückung ethnischer Minderheiten in Burma, betonte die indonesische Parlamentarierin.

Zwangsarbeit, Folter, Kindersoldaten und Verfolgungen  
Die burmesische Regierung hatte nach ihrem diplomatischen Erfolg der Zuerkennung des Vorsitzes der Südostasiatischen Staatengemeinschaft im Jahr 2014 die sofortige Aufhebung internationaler Sanktionen verlangt. Die zehn Mitglieder der ASEAN sind Thailand, Indonesien, Malaysia, die Philippinen, Singapur, Brunei, Vietnam, Laos, Kambodscha und - als jüngstes Mitglied seit 1997 - Burma (Myanmar). Suu Kyi hatte nach ihrer Freilassung den Westen davor gewarnt, das Regime jetzt durch "die rosa Brille" zu sehen. Diesem wurden schwerste Menschenrechtsverstöße zur Last gelegt, insbesondere Zwangsarbeit, Folter, brutale Verfolgung von ethnischen Minderheiten und Missbrauch von Kindersoldaten.