Cholsan. Nordkorea hat der Öffentlichkeit eine Langstreckenrakete vorgestellt, mit der das weitgehend abgeschottete Land nach eigenen Angaben in Kürze einen Wettersatelliten ins All bringen will. Die USA und Südkorea befürchten allerdings, dass es sich um den verkappten Test einer ballistischen Rakete handelt. In einem ungewöhnlichen Schritt lud die nordkoreanische Führung am Sonntag Journalisten zur neuen Abschussrampe Sohae an der chinesischen Grenze ein, um die 30 Meter lange dreistufige Rakete in Augenschein zu nehmen. Vorgesehen ist der Start zwischen dem 12. und dem 16. April.

Die Rakete vom Typ Unha-3 kann Alaska und damit das US-Festland erreichen. Sorgen bereitet den Nachbarn Nordkoreas, dass der Test schiefgehen und die Rakete von ihrem Kurs abweichen könnte.

Sollte es Nordkorea gelingen, die dritte Stufe von der Rakete zu trennen, hätte das Land damit bewiesen, dass es über eine Interkontinantal-Rakete verfügt, mit der ein Atomsprengkopf transportiert werden kann.

Neben dem Raketenstart bereitet Nordkorea auch einen dritten Atomtest vor. Nordkorea hatte im Februar einen Stopp seiner Atomtests, der Uran-Anreicherung und der Starts von Langstreckenraketen angekündigt. Im Gegenzug sollte das verarmte Land Lebensmittel erhalten.