Kairo. Ägypten hat seine Gaslieferungen an Israel eingestellt. Der 2008 mit der East Mediterranean Gas Company (EMG) für 15 Jahre abgeschlossene Vertrag sei beendet worden, weil vertragliche Vereinbarungen nicht eingehalten worden seien, teilte die nationale Gasgesellschaft in Kairo mit. Aus dem ägyptischen Ölministerium hieß es, die Lieferungen seien auch wegen der häufigen Anschläge auf die Pipeline auf der Sinai-Halbinsel eingestellt worden. Seit dem Sturz des früheren ägyptischen Präsidenten Hosni Mubarak im Februar 2011 hatte es insgesamt 14 Anschläge von Saboteuren auf die Pipeline gegeben, in der Gas nach Israel und Jordanien transportiert wird. Israel deckt rund 40 Prozent seines Erdgasbedarfs aus Ägypten ab.

Das Gaskonsortium EMG in Israel erklärte, es sehe die Aufkündigung des Abkommens als illegal an und verlange eine Rücknahme der Entscheidung. Israels Finanzminister Yual Steinitz sagte, der Schritt sei ein gefährlicher Präzedenzfall, der einen Schatten auf die Friedensverträge und die friedliche Atmosphäre zwischen Ägypten und Israel werfe. Von der ägyptischen Gasgesellschaft hieß es hingegen, es handle sich um einen Handelsdisput, nicht um politische Friktionen.