Washington. Der Fall Trayvon Martin, der in den USA für eine landesweite Rassismus- und Waffenrechtsdebatte gesorgt hat, ist um eine umstrittene Entscheidung der Behörden reicher. Wie die Lokalzeitung "Orlando Sentinel" meldete, hat die zuständige Kommission die Kündigung des obersten Polizisten der Ortschaft Sanford, Bill Lee, zurückgewiesen. Lee soll im Amt bleiben, entschied das städtische Komitee mit einer Mehrheit von drei zu zwei Stimmen. Angesichts der schweren Vorwürfe, die nach den Todesschüssen auf den afroamerikanischen Teenager gegen ihn erhoben worden waren, hatte der Polizeichef sein Büro bereits vorübergehend geräumt.

Die Öffentlichkeit hatte Lee angekreidet, dass er den 28-jährigen George Zimmerman nicht hatte festnehmen lassen, nachdem dieser den unbewaffneten Martin auf einer Patrouille erschossen hatte. Zimmerman, der Mitglied einer privaten Bürgerwehr ist, hatte sich dabei auf das umstrittene "Stand-your-Ground"-Gesetz berufen, dass den Bürgern in Florida ein besonders weitreichendes Recht der Selbstverteidigung einräumt. Erst nachdem der öffentlich Druck massiv gestiegen war, wurde er Anfang des Monats angeklagt und in Haft genommen.

Am Montag war der spanisch-stämmige Zimmerman gegen eine Kaution von 150.000 Dollar allerdings erneut auf freien Fuß gesetzt worden. Der Angeklagte, der nun eine elektronische Fußfessel tragen muss, hatte zuvor auf nicht schuldig plädiert. Seiner Aussage nach hat er Martin in Notwehr getötet.