Berlin/Washington. (rs) Wenn sich die Mächtigen zum Doppelgipfel von G-8 und Nato in den USA treffen, stehen auch Armut, Hunger und Klimawandel auf der Agenda. Doch angesichts der vorangegangenen Treffen der acht größten Wirtschaftsmächte, bei denen ebenfalls über diese Themen gesprochen wurde, sind Klimaschützer und Hilfsorganisationen skeptisch. Schöne Worte gab es in den Abschlusserklärungen immer, doch in der Substanz blieben die Ankündigungen dann doch eher dürftig.

Erinnert sollen die G-8 diesmal vor allem an jenes Wort werden, das sie 2009 beim Gipfel im im italienischen L’Aquila gegeben haben: 22 Milliarden US-Dollar wurden damals für sichere Ernährung und Landwirtschaft bis 2013 zugesagt. Laut den Schätzungen der Kritiker sind davon bisher aber nur ein Fünftel bis höchsten die Hälfte geflossen.

"Von dem aktuellen Treffen muss ein starkes Signal ausgehen", fordert Tobias Kahler, Deutschland-Chef der Lobbyorganisation One. "Über eine Milliarde Menschen gehen immer noch jeden Abend hungrig ins Bett." Auch U2-Sänger Bono soll den Regierenden der reichsten Nationen einmal mehr ins Gewissen reden. Ihre Hoffnungen setzen viele Entwicklungsorganisationen auf US-Präsident Barack Obama - und auf die deutsche Kanzlerin Angela Merkel. Diese hat als dienstälteste Regierungschefin des Gipfels besonderes politisches Gewicht und ihr Land steht zudem wirtschaftlich noch immer gut da.