Damaskus. Seit Tagen toben in der syrischen Rebellenhochburg Homs blutige Kämpfe zwischen Aufständischen und den Soldaten von Machthaber Bashar al-Assad. Hunderte Zivilisten stehen zwischen den Fronten. Ihre Wohngebiete sind Schauplatz des Konflikts, ihr tägliches Leben müssen sie nach den sich immer mehr zuspitzenden Kämpfen ausrichten.

Um die Einwohner der Stadt in Sicherheit zu bringen, wollte das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) für Donnerstag eine Feuerpause erwirken. Doch trotz Zustimmung von beiden Kampfparteien setzte die syrische Armee laut Angaben der Einwohnern den Beschuss der Stadt fort. Die Rettungsteams des IKRK stünden bereit und warteten nur darauf, dass die vorübergehende Waffenruhe in Homs eingehalten werde, sagte die regionale Einsatzleiterin Beatrice Megevand-Roggo. "Hunderte Zivilisten stecken in der Altstadt fest. Sie können nicht weg und Zuflucht in sichereren Gegenden finden, weil die bewaffneten Auseinandersetzungen weitergehen."

Unterdessen bereitete die vom internationalen Vermittler Kofi Annan ins Leben gerufene Syrien-Kontaktgruppe ihr erstes Treffen für das kommende Wochenende in Genf vor. Neben den USA, China, Frankreich, Großbritannien wird auch Russland, das als wichtiger Partner von Präsident Assad gilt, an dem Treffen teilnehmen. Zum Gesprächsthema könnte dabei unter anderem werden, dass der US-Geheimdienst CIA den syrischen Rebellen laut Informationen der "New York Times" zu Waffen verhilft. Seit Wochen kontrollierten US-amerikanische Agenten von der Türkei aus die Verteilung von Kampfmunition an syrische Oppositionelle. Die Waffen würden von der Türkei, Saudi-Arabien und Katar bezahlt und durch ein verdecktes Netz über die Grenze gebracht. Die Regierung von US-Präsident Barack Obama beteuert, selbst keine Waffen an die Aufständischen zu liefern.