Kabul. Bei einem Angriff bewaffneter Kämpfer der radikalislamischen Taliban auf ein beliebtes Ausflugshotel nahe der afghanischen Hauptstadt Kabul und einer anschließenden Polizeiaktion sind mindestens 23 Menschen getötet worden. Nach Angaben der NATO sowie der afghanischen Polizei drang eine Gruppe von mit Kalaschnikows und Raketen bewaffneten Taliban in der Nacht in das Hotel Sposhmai am Kargha-See westlich von Kabul ein und nahmen Geiseln. Die afghanische Polizei hat die Geiselnahme nach zwölf Stunden inzwischen für beendet erklärt.

Unter den Toten seien fünf Extremisten, 15 Zivilisten, drei Wachmänner und ein Polizist. Den Angaben zufolge hielten sich rund 400 Menschen in dem an einem See gelegenen Anwesen in Kargah auf, als es von Taliban-Kämpfern attackiert wurde. Der Angriff erfolgte um 23.30 Uhr Ortszeit, anschließend verschanzten sich die Kämpfer mit den Gästen des Hotels im Inneren des Gebäudes, wo offenbar gerade eine Hochzeitsfeier stattfand. Die Taliban bekannten sich zu dem Angriff. Sie erklärten, in dem Hotel feierten Ausländer und reiche Afghanen "wilde Partys" - und das am Vorabend der traditionellen islamischen Freitagsgebete.

  "Die Aufständischen missbrauchten die Zivilisten als menschliche Schutzschilde", sagte Sedik Sedikki, Sprecher des Innenministeriums in Kabul. "Zunächst hat die Polizei aus Angst um die Sicherheit der Gäste nicht eingegriffen", sagte er. Am frühen Morgen habe dann der Einsatz zur Rettung der Gäste begonnen. Die NATO bestätige eine Beteiligung internationaler Truppen. Der Einsatz werde von afghanischen Kräften geführt und durch ausländische Truppen unterstützt, sagte Major Adam Wojack.