Nach vier Jahrzehnten als Anwältin, First Lady, Senatorin und Außenministerin der USA will Hillary Clinton sich im Jänner 2013 aus der großen Politik zurückziehen - ganz gleich, wie die Präsidentenwahl im November ausgeht. - © APAweb/Reuters
Nach vier Jahrzehnten als Anwältin, First Lady, Senatorin und Außenministerin der USA will Hillary Clinton sich im Jänner 2013 aus der großen Politik zurückziehen - ganz gleich, wie die Präsidentenwahl im November ausgeht. - © APAweb/Reuters

Washington. Manchmal sieht man ihr die Strapazen an, da kann auch das beste Make-up die müde Blässe nicht verdecken. Rund 1,2 Millionen Reisekilometer im Dienste der US-Diplomatie - das hinterlässt Spuren, auch bei einer Vollblutpolitikerin wie sie es ist: Hillary Clinton, die 67. Außenministerin der USA. Eine neue Amtszeit wird es für sie nicht geben, auch wenn Präsident Barack Obama am 6. November die Wiederwahl schafft. Das hat sie bereits klar gemacht, ohne Wenn und Aber: Nach der Wahl will sie aussteigen, sich nach 20 Jahren harter Arbeit in der Politik etwas ausruhen, wie ihr Ehemann, Ex-Präsident Bill Clinton, es formuliert.

     Damit würde Obama im Fall eines Sieges über den Republikaner Mitt Romney das populärste Mitglied seiner Regierung verlieren: Erst im April gaben bei einer "Washington Post"/ABC News-Umfrage 65 Prozent Hillary Clinton eine gute Note. 16 Mal in den vergangenen 19 Jahren ihrer Washingtoner Karriere wurde sie in Gallup-Umfragen zur meistbewunderten Frau auf der Welt gekürt, "Time" zählt sie zu den 100 einflussreichsten Menschen rund um den Globus.

    
Auf "Bye bye" folgt Comeback?
Kein Wunder also, dass sich die meisten Amerikaner eine Weltbühne ohne Hillary schlecht vorstellen können. So werfen auch Medien immer häufiger die Frage auf, ob der Ehrgeiz dieser Frau, die vor vier Jahren im Präsidentschaftsrennen die Spitzenkandidatur nur knapp verpasste, durch die intensiven Jahre als diplomatische Globetrotterin gestillt, die politische Leidenschaft befriedigt ist. Oder gibt es nach dem "Bye bye Hillary" im kommenden Jänner ein "Welcome back" 2016? Während Obama um seine Wiederwahl kämpft, wird bereits offen darüber spekuliert, wer unter den Demokraten sein Erbe antreten könnte. Und da fällt fast immer als erster Hillarys Name.

     Wenn sie es denn will - nach den "Rissen in der höchsten Glasdecke" (Originalton Clinton) den Durchstoß zu versuchen. Bisher winkt die ehemalige First Lady und Senatorin kategorisch ab. "Ich freue mich darauf, bis zum Ende meiner Zeit als Außenministerin so hart zu arbeiten wie ich kann", wurde sie unlängst in der "Washington Post" zitiert. "Und dann werde ich mich darauf freuen, etwas Zeit zu haben, um mich zu sammeln und gewöhnliche Dinge zu tun." Als Beispiele dafür nannte sie: "Ohne Gesellschaft spazieren zu gehen", "Zeit zu haben, meinen eigenen Zeitplan zu machen und eine Menge der Interessen zu verfolgen, die ich mein ganzes Leben verfolgt habe, insbesondere im Namen von Frauen und Kindern."