Washington/Teheran. (is) Die USA zeigen in der Straße von Hormus ihre Muskeln. Acht US-Minenräumboote sind bereits vor Ort. Auch zusätzliche Kampfjets vom Typ F-22 und F-15C, Flugzeugträger sowie das für den Einsatz von Sondereinheiten umgerüstete Navy-Schiff "Ponce" wurden bereits in den Persischen Golf beordert, berichtet die "New York Times" unter Berufung auf hohe Pentagon-Kreise. Mit den verstärkten Militärpatrouillen will Washington verhindern, dass der Iran aus Protest gegen das am Sonntag in Kraft getretene EU-Ölembargo die 50 Kilometer breite Meerenge von Hormus blockiert. Angedroht hatte Teheran das bereits mehrmals. Zahlreiche Golfstaaten wie Saudi-Arabien sind bei ihren Ölexporten auf eine freie Passage durch die Wasserstraße angewiesen - durch sie laufen rund 35 Prozent des per Schiff abgewickelten Ölhandels weltweit. Eine Blockade würde den wegen des Iran-Embargos unter Druck geratenden Ölpreis weiter in die Höhe treiben.

Mit dem martialischen Golf-Auftritt versucht Präsident Barack Obama kurz vor der Präsidentenwahl aber auch innenpolitisch zu punkten - sein republikanischer Herausforderer Mit Romney wirft ihm regelmäßig Schwäche gegenüber Teheran im Atomstreit vor. Gleichzeitig müsse er aber auch darauf achten, dass Israel das US-Muskelspiel am Golf nicht als Freibrief für einen Militärschlag gegen Irans Atomanlagen missversteht, meint etwas John Kerry, Leiter des Außenpolitischen Ausschusses und Parteifreund Obamas.

Irans Revolutionsgarden üben derweil den Ernstfall: Sie simulieren bis Mittwoch Angriffe auf feindliche Militärstützpunkte und testen ihre Schahab-3-Rakete, die Israel erreichen kann. Zugleich wird in Teheran laut über ein Gesetz nachgedacht, das die Schließung der Straße von Hormus für jene Tanker vorsieht, die Öl in Länder transportieren wollen, die Sanktionen gegen die Islamische Republik mittragen. Man werde die nuklearen Rechte verteidigen, notfalls mit Gewalt, warnt Außenminister Ali Akbar Salehi.