Fremdenlegionäre in Afghanistan. Demnächst auch in Mali? - © davric - Public Domain
Fremdenlegionäre in Afghanistan. Demnächst auch in Mali? - © davric - Public Domain

Frankreichs Außenminister Laurent Fabius schließt eine internationale Militärintervention zur Beendigung der Unruhen in Mali nicht aus. "Irgendwann wird es wahrscheinlich zum Einsatz von Gewalt kommen", sagte Fabius am Donnerstag. Er fügte hinzu, ein Militäreinsatz würde unter afrikanischer Führung stehen, aber von weiteren internationalen Truppen unterstützt werden.

Zuletzt haben islamistische Kämpfer die Rebellen der Nationalen Bewegung für die Befreiung von Azawad (MNLA) im Norden Malis aus ihrem letzten Rückzugsort vertrieben. Damit halten die beiden islamistischen Organsationen Organisation Ansar Dine ("Verteidiger des Glaubens") und die Bewegung für Einheit und Jihad in Westafrika (MUJAO) nun den gesamten Norden des westafrikanischen Landes unter ihrer Kontrolle. Die Extremisten haben gute Verbindungen zur radikal-islamischen Al-Kaida.

Die Armeechefs von Mauretanien, Algerien, Niger und Mali sind am Mittwoch zu einem Krisentreffen in der mauretanischen Hauptstadt Nouakchott zusammengekommen, um über Maßnahmen zur "Wiederherstellung der Souveränität Malis auf seinem gesamten Territorium" zu beraten. Algerien, Mauretanien, Mali und Niger hatten 2010 die Aufstellung einer gemeinsamen Truppe mit 75.000 Mann vereinbart, deren Kommando (CEMOC) seine Zentrale in Tamanrasset im Süden Algeriens hat.

Jacques Attali, der ehemalige Mitterand-Berater fürchtet, dass die Abspaltung Nordmalis die gesamte Sahara- und Sahel-Region von Senegal und Mauretanien bis zum Tschad destabilisieren könnte. Mali sei im Begriff, zum Begegnungspunkt unheilbringender Kräfte aus allen Teilen der Welt zu werden. Man müsse jetzt sehr schnell handeln, denn Mali könne sonst zu einer "Bastion des internationalen Terrorismus" werden, warnte Attali.

Mehrere afrikanische und westliche Regierungen haben die Lage in Mali bereits mit der in Afghanistan verglichen.