Die Unruhen füllen die Titelblätter im Vielvölkerstaat. - © Screenshots
Die Unruhen füllen die Titelblätter im Vielvölkerstaat. - © Screenshots

Zehntausende Menschen sind nach tagelangen Kämpfen zwischen hinduistischen Volksstämmen und muslimischen Einwanderern im Bundesstaat Assam im Nordosten Indiens auf der Flucht. Die Auseinandersetzungen haben bereits 19 Todesopfer gefordert.

Laut Angaben von Polizei und Entwicklungshelfern ziehen bewaffnete Gruppen durch das Dschungelgebie tum Kokrajhar und brennen die Dörfer nieder. In der Stadt wurde ein 14-jähriger Junge zu Tode gesteinigt.

Um die Gewalt einzudämmen, gilt mit Einbruch der Dunkelheit galt eine absolute Ausgangssperre. Soldaten und paramilitärische Einheiten sorgen für die Einhaltung. Nach Angaben  von Behören sind bereits 50.000 Dorfbewohner auf der Flucht. 37 Flüchtlingslager seien errichtet worden, Schulen und Regierungsgebäude seien überfüllt.

Hintergrund

Die Beziehung zwischen den Bewohnern der Region und den Einwanderern vor allem aus Bangladesch ist seit Jahren gespannt. Die jüngste Welle der Gewalt begann nach Angaben lokaler Behörden Freitagnacht, als Unbekannte vier Jugendliche im Bezirk Kokrajhar nahe der Grenzen zu Bangladesch und Bhutan töteten.

Aus Rache griffen die dort ansässigen Bodo daraufhin Muslime an, denen sie die Taten zur Last legten. Am Montagnachmittag blockierte Hunderte, teils mit Speeren bewaffnete Menschen Bahngleise und hinderten einen Expresszug an der Weiterfahrt. Sie verlangten die Aushändigung mehrerer Männer, die im Zusammenhang mit der Tötung der Jugendlichen in Gewahrsam sitzen.

(Quelle: Reuters)