Algier/Bamako. Die Liste der Verbrechen, die Mokhtar Belmokhtar zur Last gelegt werden, ist lang. Allein die algerische Justiz hat den berüchtigten Islamistenführer wegen der Entführung und Ermordung von Ausländern in Abwesenheit zwei Mal zum Tode verurteilt. Zuletzt hatte Belmokhtar, der den Beinamen "der Einäugige" trägt, von sich reden gemacht, als er erklärte, die blutige Geiselnahme mit 55 Toten auf dem algerischen Gasfeld In Amenas sei das Werk der von ihm gegründeten Gruppe "Die mit Blut unterzeichnen".

In der Nacht auf Sonntag beendeten allerdings Soldaten des Tschad eine der spektakulärsten Terroristenkarrieren im Maghreb. Laut dem tschadischen Generalstab starb Belmokthar beim Angriff auf ein Islamistencamp im Norden Malis. Die Stellungen der Terroristen seien dabei völlig zerstört worden.

Belmokhtar, der sich bereits als junger Mann für die afghanischen Mujahedin und ihren Kampf gegen die sowjetische Armee begeistert hatte, war bis vor kurzem einer der ranghöchsten Führer der Terrororganisation Al-Kaida im islamistischen Maghreb (AQMI) gewesen. Im Oktober 2012 wurde er aber von Abdelmalek Droukdel, dem Emir der AQMI, , abgesetzt, weil er "vom rechten Weg" abgekommen sei. Kurz darauf gab Belmokhtar die Gründung einer eigenen Gruppe mit dem Namen "Die mit Blut unterzeichnen" bekannt. Den Anschlag auf das In-Amenas-Gasfeld im Jänner, bei dem auch 37 ausländische Geiseln getötet wurden, bezeichnete Belmokhtar als Racheakt für den französischen Militäreinsatz gegen die Islamistengruppen in Nordmali.