Rangun. Bei Straßenschlachten in Myanmar (Burma) sind am Donnerstag nach Angaben von Augenzeugen mindestens zehn Menschen getötet worden. Die US-Botschaft zeigte sich wegen des Vorfalls "tief besorgt".

Auslöser für die Ausschreitungen in der zentral gelegenen Stadt Meiktila in der Nähe von Mandalay war ein religiös motivierter Streit zwischen einem muslimischen Goldhändler und seinen Kunden, der zu einer Prügelei führte. Etwa 200 Menschen, viele von ihnen mit Knüppeln und Messern bewaffnet, beteiligten sich den Behörden zufolge an den Straßenschlachten.

Laut einer Mitteilung auf der Facebook-Seite der Polizei starben ein buddhistischer Mönch und ein 26-jähriger Mann, nachdem sie mit Verbrennungen ins Krankenhaus eingeliefert worden waren. Auch drei Moscheen wurden den demnach zerstört. In der Stadt wurde nun eine nächtliche Ausgangssperre verhängt.

In Myanmar kam es zuletzt immer wieder zu Konflikten zwischen Buddhisten und Moslems. Im vergangenen Jahr waren im Westen des Landes bei Auseinandersetzungen zwischen der buddhistischen Volksgruppe der Rakhine und der muslimischen Minderheit der Rohingya mindestens 180 Menschen getötet und mehr als 115.000 vertrieben worden. Bei den Vertriebenen handelt es sich großteils um Rohingya, die als äußerst diskriminiert gelten. Myanmars Bevölkerung ist zu fast 90 Prozent buddhistisch, gut vier Prozent sind Muslime.