Positionen zur Intervention in Syrien - © WZ Grafik
Positionen zur Intervention in Syrien - © WZ Grafik

Aus Angst vor dem erwarteten Angriff auf das syrische Regime verlassen viele Bewohner der Hauptstadt Damaskus ihre Häuser. Binnen 24 Stunden flohen etwa 10.000 Syrer in den Libanon.

Die Gefahr eines Angriffs ist sehr realistisch: Am Mittwochabend scheiterte Großbritanniens Versuch, den UNO-Sicherheitsrat auf seine Seite zu ziehen. Die Sitzung des Gremiums befasste sich am Mittwoch nicht mit der von den Briten vorgeschlagenen Syrien-Resolution.

UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon warnte indes vor einem vorschnellen militärischen Eingreifen in Syrien. Die UNO-Chemiewaffeninspektoren der Vereinten Nationen benötigen nach Worten Ban Ki-moons noch vier Tage für die Beendigung und weitere Zeit zur Auswertung der Untersuchung des mutmaßlichen Giftgaseinsatzes bei Damaskus.

Das Ergebnis des UN-Berichts gilt als ausschlaggebend für das weitere Vorgehen der internationalen Gemeinschaft. Großbritannien treibt im UN-Sicherheitsrat bereits die Vorbereitungen für einen möglichen Militärschlag voran.


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Die Experten könnten Beweise liefern, dass das Regime von Machthaber Bashar al-Assad in der Nähe von Damaskus Chemiewaffen eingesetzt hat. Nach Informationen des Nachrichtensenders Al-Arabiya erreichte das UNO-Team am Mittwoch das Dorf Al-Mleiha in der Nähe von Damaskus. In der dortigen Umgebung sollen vor einer Woche Hunderte Menschen mit Giftgas getötet worden sein.

Syrien hat indessen die UN-Inspektoren um die Untersuchung von drei weiteren Orten gebeten, an denen Chemiewaffen eingesetzt worden sein sollen. Die Regierung in Damaskus habe einen entsprechenden Brief an die Vereinten Nationen geschickt, sagte der syrische UN-Botschafter Bashar al-Jafa am Mittwoch in New York.

Bei den Vorfällen handle es sich um Angriffe von "bewaffneten Terrorgruppen" auf die syrische Armee, die zwischen dem 22. und 25. August stattgefunden hätten.

Biden zweifelt nicht mehr

Eine Woche nach dem mutmaßlichen Giftgaseinsatz steht ein Militärschlag des Westens gegen das syrische Regime offenbar unmittelbar bevor. Der Sender NBC berichtete, Raketenangriffe auf Ziele in dem Land könnten bereits am Donnerstag beginnen. Nach Darstellung von US-Vizepräsident Joe Biden gibt es keinen Zweifel daran, dass die syrische Regierung nahe Damaskus Giftgas eingesetzt hat.

In einer Rede vor Veteranen in Texas sagte Biden am Dienstag, wer wehrlose Männer, Frauen und Kinder mit Chemiewaffen angreife, müsse zur Verantwortung gezogen werden. Die USA wüssten, dass nur das Assad-Regime solche Waffen besitze und diese in der Vergangenheit auch mehrfach eingesetzt habe. Wie der Sender CBS berichtete, basieren die weitgehend noch geheimen Erkenntnisse der USA auf abgehörten Nachrichten aus Syrien und der Analyse von Hautproben von Opfern.

Entscheidung offiziell noch nicht gefallen