Noch diese Woche sei mit der Veröffentlichung der Geheimdienstinformationen zu rechnen, sagte Regierungssprecher Jay Carney am Dienstag in Washington. Noch sei eine Entscheidung nicht gefallen. Aber "es muss eine Antwort geben", sagte er. Der "Washington Post" zufolge könnten die Geheimdiensterkenntnisse möglicherweise bereits am Donnerstag veröffentlicht werden.

Carney bekräftigte, dass Präsident Barack Obama den Einsatz von Bodentruppen ablehne, sonst aber alle Optionen - auch nicht-militärische - weiter in Betracht gezogen würden. Er betonte zudem, die Reaktion ziele nicht darauf ab, einen Regimewechsel in Syrien herbeizuführen. "Die Lösung dieses Konfliktes muss durch politische Verhandlungen und Ergebnisse erfolgen", sagte Carney.

Heißer Draht Obama-Cameron

Verteidigungsminister Chuck Hagel erklärte, die amerikanischen Streitkräfte in der Region stünden bereit. Obama telefonierte am Dienstag erneut mit dem britischen Premierminister David Cameron.

Cameron und sein Stellvertreter Nick Clegg hat am Dienstag ebenfalls betont, dass mögliche militärische Schritte gegen Syrien mit dem vermuteten Einsatz von Chemiewaffen durch das Regime zusammenhängen. In London wurde das Parlament für eine Sondersitzung am Donnerstag aus dem Urlaub geholt.

Hilfe durch Frankreich und Türkei

Die USA können offenbar auch auf die Hilfe von Staaten wie Frankreich und der Türkei bauen. Frankreichs Staatspräsident Francois Hollande empfängt am Donnerstag den Chef der syrischen Opposition zu Gesprächen in Paris. Das Treffen zwischen Hollande und Ahmad al-Assi al-Jarba, dem Präsidenten der Syrischen Nationalen Koalition, kündigte die französische Präsidentschaft am Dienstagabend an.

Die Arabische Liga machte in einer Erklärung ebenfalls die Regierung von Präsident Bashar al-Assad für den mutmaßlichen Giftgas-Angriff vor einer Woche verantwortlich. Syrien hat die Vorwürfe zurückgewiesen.

Iran droht

In Israel berief Ministerpräsident Benjamin Netanyahu sein Sicherheitskabinett zu einer Dringlichkeitssitzung ein. Befürchtet wird dort eine Ausweitung des Konflikts. Der iranische Parlamentspräsident Ali Larijani wurde von der Nachrichtenagentur Isna mit den Worten zitiert: "Wir warnen den Westen: Im Falle eines Krieges in Syrien sollten sie sich auch um ihr illegitimes Kind (Israel) in der Region große Sorgen machen."

Syrien will sich verteidigen

Das Assad-Regime kündigte an, es werde sich verteidigen. "Wir sind kein Häppchen, das man so einfach verspeisen kann. Wir werden die anderen überraschen", drohte Außenminister Walid al-Muallim.