Der Leiter der UN-Friedenseinsätze, Herve Ladsous, sprach von 800 Verletzten und 400 bis 500 Toten bei den Kämpfen. Zwischen 15.000 und 20.000 Menschen hätten sich in die UN-Quartiere und Stützpunkte geflüchtet, weitere suchten im Busch Zuflucht. "Obwohl es seit Sonntag der bisher ruhigste Tag ist, geht die Krise weiter, denn jetzt wird in anderen Teilen des Landes gekämpft", sagte der Sprecher der UN-Friedensmission UNMISS, Joseph Contreras.

In den Straßen Jubas waren am Mittwoch wieder Menschen zu sehen, die ihren Alltagsgeschäften nachgingen. Von einer Normalisierung der Lage konnte aber noch nicht gesprochen werden.

Die Kämpfe zwischen Truppen, die Präsident Salva Kiir gegenüber loyal sind, und Soldaten, die seinen langjährigen Rivalen Riek Machar unterstützen, begannen am Sonntag. Kiir sprach am Montag von einem vereitelten Putsch Machars. Einige Beobachter bezweifeln diese Darstellung und mutmaßen, dass sich Kiir Machars entledigen wolle. Am Dienstag erklärte die Regierung, im Zusammenhang mit dem angeblichen Putschversuch seien zehn Politiker festgenommen worden, darunter acht im Juli entlassene Minister.

Von einem unbekannten Ort aus wies der im Juli vom Präsidenten entmachtete Machar wies die Vorwürfe zurück, die Ausschreitungen angezettelt zu haben. "Das war kein Putschversuch, und ich habe damit nichts zu tun", sagte der Politiker der Zeitung "Sudan Tribune". Machar will bei den Präsidentschaftswahlen 2015 als Kiirs Gegenkandidat antreten.

Die Gewalt soll in Zusammenhang mit den Unruhen in Juba stehen. Beobachter erklärten, die Ausschreitungen hätten sowohl politische als auch ethnische Hintergründe. In Jonglei leben mehrere verfeindete Volksgruppen, die sich immer wieder gegenseitig attackieren.

Der UN-Sicherheitsrat rief die Regierung im Südsudan auf, "in den Dialog mit ihren Gegnern zu treten und Differenzen friedlich zu lösen, damit jegliche Ausbreitung der aktuellen Gewalt zu vermeiden. Die US-Botschaft stellte vorübergehend ihre Bürotätigkeiten ein.