Amman/Damaskus. Mehr als drei Viertel der vor dem syrischen Bürgerkrieg ins benachbarte Ausland geflohenen Menschen halten die für Dienstag angesetzte Präsidentschaftswahl in ihrem Heimatland für unrechtmäßig. Laut der am Montag in der jordanischen Hauptstadt Amman veröffentlichten Erhebung der Forschungseinrichtung Arab Center for Research and Policy Studies (ACRPS) sind 78 Prozent dieser Meinung.

Nur 17 Prozent der 5.267 in Jordanien, dem Libanon und der Türkei befragten syrischen Flüchtlinge halten den Urnengang demnach für rechtmäßig. Laut ACRPS gaben 75 Prozent der Befragten an, die Wahl werde nicht den Willen des gesamten syrischen Volks widerspiegeln.

64 Prozent für Wechsel

64 Prozent äußerten die Ansicht, dass ein Wechsel der politischen Führung in Damaskus der beste Weg zur Beilegung der Krise wäre. 23 Prozent nannten den Angaben zufolge eine Aussöhnung zwischen allen Konfliktparteien als besten Weg aus der Krise, sechs Prozent eine Niederlage der Opposition.

Im Libanon lebt nach Angaben der Vereinten Nationen mehr als eine Million Flüchtlinge aus Syrien, in der Türkei sind es etwa 700.000, in Jordanien rund 600.000. Insgesamt sind bereits über neun Millionen Menschen auf der Flucht vor dem Bürgerkrieg.

Wahl als "Farce"

Syriens Staatschef Bashar al-Assad will sich am Dienstag inmitten des Bürgerkriegs wiederwählen lassen. Sein Wahlsieg gilt als sicher. Zwar stehen erstmals seit fünf Jahrzehnten mehrere Kandidaten zur Auswahl, Vertreter der Opposition sind aber nicht dabei. Neben Assad wurden nur zwei regierungstreue Kandidaten zugelassen.

Gewählt wird zudem nur in Gebieten, die von den Regierungstruppen kontrolliert werden. Das sind etwa zwei Fünftel des Staatsgebiets. Die syrische Opposition und der Westen kritisieren die Wahl als "Farce".