Bagdad/London. Großbritanniens Premierminister David Cameron hat eine "internationale Mission" zur Rettung von Jesiden im Irak angekündigt. Großbritannien werde seinen Teil dazu beitragen, dass diese Mission ausgeführt werden kann, kündigte der Regierungschef nach einer Sitzung des Sicherheitskabinetts in London an.

  Cameron war für die Sitzung am Mittwoch überraschend aus dem Urlaub mit seiner Familie in Portugal zurückgekehrt.

Frankreich schickt Kurden Waffen

Die EU hat ihren Mitgliedsstaaten Grünes Licht für Waffenlieferungen an die irakischen Kurden im Kampf gegen die IS-Dschihadisten gegeben. Auf einer Sondersitzung einigten sich die EU-Botschafter am Dienstagabend darauf, dass einzelne Staaten in enger Abstimmung mit der irakischen Regierung militärische Ausrüstung liefern dürfen, wie die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton mitteilte.

Frankreich wird nun die Kurden im Nordirak mit Waffen unterstützen. Präsident François Hollande habe beschlossen, "in den nächsten Stunden" Waffenlieferungen auf den Weg zu bringen, erklärte der Elysée-Palast am Mittwoch in Paris.

Frankreich werde "jede nötige Unterstützung" angesichts der "katastophalen Lage" für die Bevölkerung im irakischen Kurdistan leisten, hieß es. Zu Art der gelieferten Waffen gab es zunächst keine Angaben.

Cameron unterbricht Urlaub

Andere Staaten wie die USA haben bereits Waffen an die Kurden im Nordirak geliefert. London kündigte am Dienstagabend an, Militärausrüstung anderer Staaten zu den Kurden zu transportieren. Großbritanniens Premierminister David Cameron unterbrach wegen der Krise im Irak seinen Urlaub in Portugal und kehrte nach London zurück. Er werde noch am Mittwoch eine Sitzung des Sicherheitskabinetts leiten, teilte die Downing Street mit. Das Gremium aus Regierungsvertretern sowie Geheimdienstleuten und Militärs tagt derzeit täglich, am Dienstag unter der Leitung von Außenminister Philip Hammond.

Konservative Abgeordnete hatten zuletzt vermehrt eine Unterbrechung der parlamentarischen Sommerpause gefordert, um die Situation im Irak im Plenum diskutieren zu können. Einige fordern eine militärische Beteiligung Großbritanniens im Irak.

EU-Außenministertreffen

Angesichts der sich verschärfenden Situation im Irak bereitet die Europäische Union nun doch ein Sondertreffen der 28 Außenminister vor. Der Außenministerrat soll bereits an diesem Freitag in Brüssel stattfinden.

USA schicken Militärberater

Die USA gaben indes bekannt rund 130 weitere Militärberater in den Irak zu schicken. Sie sollen feststellen, welche weiteren Schritte beim humanitären Einsatz zum Schutz Jesiden unternommen werden können, teilte das Pentagon am Dienstagabend mit. "Diese Kräfte werden an keiner Kampfhandlung teilnehmen", hieß es. Sie sollten "vorübergehend" ins Land geschickt werden und sich dabei mit dem US-Außenministerium und der Hilfsorganisation USAID abstimmen, um die Pläne auch mit internationalen Partnern zu koordinieren. Präsident Barack Obama habe die Entscheidung auf Empfehlung von Verteidigungsminister Chuck Hagel getroffen.