Pretoria. Nach tagelanger Untätigkeit angesichts der ausländerfeindlichen Übergriffe in Südafrika will die Polizei nun Stärke zeigen. "Wir werden unsere Präsenz in den betroffenen Vierteln erhöhen", kündigte Polizeisprecher Lungelo Dlamini am Samstag in Johannesburg an. Bereits in der vergangenen Nacht seien mehr als 30 Verdächtige festgenommen worden.

In ganz Südafrika sind seit Anfang des Monats Ausländer aus anderen afrikanischen Staaten vermehrt Opfer von Übergriffen geworden. Oft sollen Polizisten tatenlos dabei gestanden haben. Viele Südafrikaner werfen den Einwanderern vor, ihnen die Arbeitsplätze wegzunehmen. In der Hafenstadt Durban wurden bei Angriffen auf Häuser und Geschäfte von Einwanderern bereits sechs Menschen getötet.

Südafrikas Präsident zu Ende der Übergriffe aufgerufen

Von Durban schwappte die Gewalt auf Johannesburg über. Auch in der Nacht zum Samstag wurden in der Metropole nach Angaben der Polizei wieder Geschäfte von ausländischen Besitzern angegriffen. Inzwischen sind im Land mehrere tausend Ausländer aus Angst um ihr Leben in Notunterkünfte geflüchtet. Die Nachbarländer haben angekündigt, ihre Staatsbürger aus Südafrika in Sicherheit zu bringen.

Südafrikas Präsident Jacob Zuma hatte seine Landsleute am Donnerstag im Parlament aufgerufen, die Übergriffe zu beenden. Die Polizei sei angewiesen worden, rund um die Uhr für den Schutz der Einwanderer zu sorgen, sagte Zuma.