Kataster vorhanden

Da die osmanische Bürokratie sehr gründlich arbeitete, sind die meisten alten Verzeichnisse heute noch in den Archiven zu finden. "Die Grundbuchkataster sind in der Regel vollständig vorhanden. Man muss nur die richtigen finden", sagt Elbeyoglu. "Die Archivrecherche ist schwierig, weil die Kläger oft die genaue Lage ihres Landes nicht kennen. Die Ortsnamen wurden verändert, die Grundtitel sind in osmanischer Schrift verfasst, die kaum noch jemand lesen kann. Aber wir sind darauf spezialisiert, und es läuft sehr gut. Noch ist kein Fall gerichtlich geklärt, aber wir haben auch noch keinen letztinstanzlich verloren. Am Ende steht ohnehin der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte, wo die Kläger wegen der eindeutigen Rechtslage gewinnen." Als Rechtsnachfolger des Osmanischen Reiches sei die Türkei an dessen Gesetze und internationale Verträge gebunden. "Das bedeutet, das Land gehört den Armeniern, wenn sie es nachweisen können. Wird das Grundstück vom Staat genutzt, klagen wir sofort." Der Anwalt traut sich nicht zu, den Gesamtwert der armenischen Besitztümer in der Türkei zu beziffern. "Die Sache wird täglich größer, es geht um tausende Grundstücke."