Bei zwei Selbstmordanschlägen des IS auf eine Moschee sind in Jemens Hauptstadt Sanaa am Mittwoch mindestens 28 Menschen getötet worden. Etwa 75 weitere Menschen wurden nach Angaben von Ärzten verletzt. Laut Augenzeugen sprengte sich ein Attentäter mit einem Sprengstoffgürtel in die Luft, der andere fuhr mit einem präparierten Fahrzeug in eine Menge von Gläubigen, als diese die Moschee verließen.

Zu dem Anschlag bekannte sich wenig später die Jihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS). In der jüngeren Vergangenheit hatten IS-Extremisten im Jemen bereits mehrfach Anschläge verübt. Nur wenige Stunden zuvor hatte das Internationale Rote Kreuz mitgeteilt, zwei seiner Mitarbeiter seien von Bewaffneten gezielt getötet worden.

Im Jemen kämpfen seit Monaten Truppen von Präsident Abd Rabbu Mansour Hadi mit Unterstützung einer von Saudi-Arabien angeführten Militärkoalition gegen Houthi-Rebellen und mit ihnen verbündete Armee-Einheiten des ehemaligen Staatschefs Ali Abdullah Saleh. Seit der Eskalation des Konflikts zwischen den Houthi-Rebellen und ihren Verbündeten in der Armee sowie den Regierungstruppen und ihren ausländischen Unterstützern Ende März wurden bereits mehr als 4.400 Menschen getötet. Ein Großteil der Bevölkerung des ohnehin armen Landes ist infolge des Konflikts von Hunger bedroht.

Unterdessen schloss sich ein im aktiven Dienst stehender niederländischer Soldat dem IS in Syrien an. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums vom Donnerstag in Den Haag handelt es sich um einen 26 Jahre alten Feldwebel der Luftwaffe. Der Mann sei von allen Zugängen zu militärischen Informationssystemen und Einrichtungen abgeschnitten worden. Ermittlungen seien eingeleitet worden. Bisher haben sich lediglich ehemalige Soldaten dem IS angeschlossen. Bis August wechselten insgesamt 210 Niederländer auf die Seite des IS. Vermutlich 38 kamen ums Leben. Derzeit halten sich nach Behördenangaben vermutlich etwa 130 niederländische Jihadisten in Syrien und dem Irak auf.