Bamako. Auf Paris folgt Bamako, am Freitag stürmten Terroristen im Zentrum von Malis Hauptstadt in das bei Ausländern beliebte Luxushotel Radisson-Blu. Zu diesem Zeitpunkt waren 170 Menschen in dem Gebäude, sie wurden von den Dschihadisten als Geiseln genommen. Es spielten sich dramatische Szenen ab, in den Stunden nach der Erstürmung konnten dutzende Geiseln in Sicherheit gebracht werden: Man ließ die frei, die Verse aus dem Koran rezitierern konnten.

Die Angreifer fuhren offenbar in einem Auto mit Diplomatenkennzeichen vor, eröffneten dann im siebten Stock des Hotels das Feuer und riefen "Allahu akbar". Unter den Geiseln befanden sich Franzosen, Türken, Algerier, Chinesen und Inder. Sechs US-Bürger und zwei Deutsche waren unter denen, die sich aus dem Gebäude retten konnten. An der Befreiung der Geiseln waren auch US-amerikanische und französische Spezialeinheiten beteiligt. Am Freitag Abend waren dann alle Geiseln befreit, die Rede war zunächst von 20 Todesopfern. Unter den Toten seien auch zwei Angreifer. . In UNO-Kreisen war von 27 Toten die Rede.

Zu dem Anschlag bekannte sich eine Gruppe, die mit der Al-Kaida verbündet ist. Die Terrorgruppe will angesichts der Pariser IS-Anschläge nicht ins Hintertreffen geraten, spekuliert wird bereits über einen "Wettlauf der Terrororganisationen".

Bundesheer in Bamako

Was die Sache für Österreich brisant macht: In Bamako sind Bundesheer-Soldaten stationiert: Bis zu zehn Österreicher versehen derzeit als Teil der EU-Ausbildungsmission EUTM ihren Dienst. Die EU berät malische Soldaten unter anderem in taktischen Fragen. Schon in wenigen Wochen, Anfang 2016, sollen weitere 15 Österreicher - zehn Stabsoffiziere und fünf Beobachter - im Rahmen der UN-Mission Minusma nach Mali geschickt werden. "Das ist bei weitem die gefährlichste Bundesheer-Mission derzeit, wenn nicht die gefährlichste überhaupt", so der Sprecher von Verteidigungsminister Gerald Klug, Andreas Srobl. Auch für die UNO ist der Einsatz einer der riskantesten - im Weltmaßstab.

Von der blutigen Geiselnahme im Radisson Blu-Hotel lässt man sich im Verteidigungsministerium nicht einschüchtern. "Grundsätzlich gehen wir davon aus, dass die Mali-Mission beibehalten wird", so Strobl. Auch wenn man im Norden Malis, also dort, wo die Österreicher Dienst tun werden "von einem Bürgerkrieg" sprechen kann. "Dort herrscht Kriegszustand", so Strobl. Teile der Tuareg bekämpfen die Regierung, Islamisten stellen eine ständige Bedrohung dar. Die Blauhelme haben ein robustes Mandat, "sie dürfen beispielsweise unter bestimmten Umständen Terroristen angreifen, wenn sie eine Bedrohung für Zivilisten darstellen", sagt Strobl. Und das wäre genau jetzt in Bamako der Fall gewesen.